Vereinsgeschichte

Die Vereinsgeschichte des Blasorchesters Stadt Kreuztal

1898 bis 1914 Die Anfänge als Posaunenchor

Im Jahre 1898 treffen sich zum ersten Mal auf Initiative von Pastor Wurmbach einige Mitglieder der evangelischen Gemeinde Fellinghausen, jetzt Kreuztal-Fellinghausen, um Vorbereitungen zur Gründung eines Posaunenchores zu treffen. Die offizielle Gründung erfolgt dann im Dezember 1898. Für die Jugend soll hier eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung geboten werden. Der Posaunenchor nimmt dann im Jahre 1899 mit dem Abhalten von Übungsstunden unter der Leitung von Lehrer Hermann Becker seine Tätigkeit auf.
Die Gruppe macht gute Fortschritte und kann in den Folgejahren an verschiedenen Posaunenfesten im Kreisgebiet und dörflichen Veranstaltungen teilnehmen. Im Jahre 1912 übernimmt Lehrer Rudolf Mölling (Siehe Bild) die Leitung des Chores. In den Kriegsjahren 1914-1918 muss der Chor seine Tätigkeit einstellen, da viele Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen werden.

 

Auszug aus dem Gründungsprotokoll Dezember 1898
Posaunenchor Fellinghausen 1912
1. Reihe v.l.: Richard Schreiber, Adolf Bäumer, Robert Jünger;
2. Reihe v.l.: Chorleiter Rudolf Mölling, Osswald Klaas, Karl Schneider, Friedrich Schneider, Heinrich Lütz, Erich Reh, Fritz Herling, Gustav Jünger;
3.Reihe v.l. Hermann Herling, Rudolf Schmidt, Otto Neef, Heinrich Herling, Heinrich Schneider, Fritz Schmidt

1918-1945 Der Umbruch – Posaunenchor wird Musikchor

Im Jahre 1919 wird die Tätigkeit unter dem neuen Dirigenten Erich Reh wieder aufgenommen. Der Chor findet wieder zu alter Leistungsstärke zurück und spielt bei verschiedenen Festen und Feiern des dörflichen Lebens in Fellinghausen und in anderen Ortschaften mit. Neben dem Musizieren ist auch Theaterspielen ein fester Bestandteil des Vereinslebens.
Nachdem im Jahre 1923 Lehrer Katz die Leitung des Chores übernommen hat, ergibt sich in den Jahren 1926 und 1927 eine intensive Diskussion über die Zielvorstellungen eines kirchlichen Posaunenchores. Grund ist der Wunsch einiger Bläser, das musikalische Betätigungsfeld zu erweitern. Im Jahre 1927 fasst man dann den Beschluss, die Worte “Evangelisch-kirchlich” aus dem Vereinsnamen zu streichen und sich nur noch “Posaunenchor Fellinghausen” zu nennen. Ein Jahr später geht man noch weiter und beschließt die Umbenennung in “Musikchor Fellinghausen”.Aus einem Posaunenchor ist mit diesem Beschluss ein Orchester geworden.
In den dreißiger Jahren steigt die Beliebtheit des Orchesters immer mehr an, was sich insbesondere in einer jährlich steigenden Zahl von Verpflichtungen und einem Anwachsen der Mitgliederzahlen ausdrückt.
Im Jahre 1934 schließt sich der Verein auf Anraten der damaligen Machthaber dem “Deutschen Luftsportverband” an. Dieser Anschluss lässt den langgehegten Wunsch vieler Musiker nach einer Uniform in Erfüllung gehen. 1942 muss der Chor seine Tätigkeit im Zeichen des Krieges erneut einstellen.

 

Musikchor Fellinghausen 1930
kniend: Fritz Weyand; 1. Reihe v.l.: August Wahl, Rudolf Schmidt, Ernst Giesler, Walter Knipp, Karl Völkel, Fritz Seiffarth, Fritz Kunze, Paul Schneider, Otto Knipp, Otto Meister; 2. Reihe v. l.: Wilhelm Ernst, Hermann Herling, Emil Ernst, Gustav Becker, Willi Schneider, Karl Ganseuer, Fritz Schreiber, Karl Schneider, Otto Giesler

1945 – 1958 Der Neuanfang

Eine kleine Gruppe von Musikern trifft sich auf Initiative des Vorsitzenden Wilhelm Schmidt nach dem Krieg, um Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Übungsbetriebes zu besprechen und um Nachswuchskräfte zu werben. Erich Ganseuer aus Ferndorf wird als Dirigent verpflichtet. Zunächst finden die Proben in der Turnhalle statt, später im Gasthof Stähler.
Im Jahre 1948 übernimmt Ernst Spiller die Stabführung des Orchesters und kann die musikalische Leistungsfähigkeit des Klangkörpers nach und nach verbessern. Der Verein, der sich jetzt “Musikverein Fellinghausen” nennt, kann nun wieder einige Verpflichtungen bei Wald- und Dorffesten übernehmen.

 

Musikverein Fellinghausen 1957
1. Reihe v.l.: Gustav Becker, Albert Schreiber, Oskar Dickel, Ernst Spiller (Dirigent), Wilhelm Schmiodt (Vors.), Willi Brüser, Fritz Kunze, 2. Reihe: Fritz Schreiber, Friedhelm Ernst,Herbert Graf, Emil Georg, Norbert Schneider, Werner Graf, Georg Nitschke, Karl Löw 3. Reihe: Hermann Brüser, Günter Haas, Hermann Hoffmann, Hans Debus, Horst Zacharias, 4.Reihe: Manfred Herling, Rolf Schneider, Karl August Schreiber, Hans Werner Schneider
Programm des 1. Konzerts am 1. Mai 1958
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1958 – 1972 Vom Musikverein zum Blasorchester

Zu Beginn des Jahres 1958 wird Karl-August Schreiber zum Nachfolger des langjährigen verdienten Vorsitzenden Wilhelm Schmidt gewählt, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird. Im selben Jahr gibt der Verein in der Turnhalle Fellinghausen sein erstes Jahreskonzert.
Anlässlich seines 65-jährigen Bestehens feiert der Verein im Jahre 1962 ein großes Musikfest auf dem Schulvorplatz in Fellinghausen, an dem sich das ganze Dorf beteiligt. Das Vereinsleben wird seit diesem Jahr durch ein modernes Tanzorchester bereichert, das zunächst von Manfred Fuhr und ab 1964 von Heinz Seiffarth geleitet wird. Da der Verein in diesen Jahren äußerst leistungsfähig ist, wird der Ruf des Orchesters auch über die Grenzen Kreuztals hinaus bekannt und der Verein übernimmt bei zahlreichen auswärtigen Schützenfesten die Festmusik (Bromskirchen 1961-1968, Hallenberg 1962-1971, Fredeburg 1969-1971).

Blasorchester Fellinghausen (jetzt Blasorchester Stadt Kreuztal) 1966 mit Dirigent Karl Löw beim Schützenfest in Bromskirchen

Um diese positiven musikalische Entwicklung auch im Vereinsnamen deutlich zu machen, beschließt die Jahreshauptversammlung im Jahre 1965, den Verein in “Blasorchester Fellinghausen” umzubenennen. Gleichzeitig wird eine Satzung verabschiedet und der Verein in das Vereinsregister eingetragen. Das Jahr 1967 bringt einen Wechsel in der musikalischen Leitung des Orchesters: Erich Quos übernimmt den Dirigentenstab aus der Hand von Karl Löw, der von 1964-66 das Orchester geleitet hat. Erich Quos kann die musikalische Qualität des Orchesters trotz einiger Besetzungsprobleme weiter steigern.
Im Jahre 1970 erfolgt eine abermalige Umbenennung des Orchesters: Da man das einzige Blasorchester in der jungen Stadt Kreuztal ist, beschließt man, sich in Zukunft “Blasorchester Stadt Kreuztal” zu nennen. Ein großer Erfolg wird das im Jahr 1970 erstmals ausgerichtete “Volkstümliche Konzert” in der “Wehag” in Eichen.
Das 75-jährige Jubiläum mit all seinen Vor­be­reitungen be­stimmt die folgenden Jahre des Vereinsle­bens. 1972 wird das Jubiläum mit einem großen Musikfest, an dem sich 25 Kapellen beteiligen, gefeiert. Höhepunkte sind der Frühschoppen des Stabsmusikkorps der Bundeswehr sowie die Südwest-Starparade mit vielen bekannten Künstlern.

 

Musikverein Fellinghausen 1962
1. Reihe v.l.: Fritz Schreiber, Hans Debus, Karl Irle, Ernst Spiller (Dirigent), Wilhelm Schmidt, Fritz Kunze, Gunter Wurm, Karl Löw, 2. Reihe: Albert Schreiber, Ernst Fuhr, Hermann Hoffmann, Norbert Schneider, Ernst-Heinrich Schneider, Georg Nitschke, Werner Graf, Ulrich Schneider, 3. Reihe: Rolf Schneider, Friedhelm Ernst, Herbert Graf, Emil Georg, Horst Zacharias, Manfred Herling 4. Reihe: Karl August Schreiber, Gustav Becker, Günter Haas, Rudolf Halbe, Herbert Weyand, Dieter Biniek, Hans-Werner Schneider
Blasorchester Stadt Kreuztal 1972
1. Reihe v.l.: Fritz Schreiber, Vlastimil Horacek, Oskar Dickel, Erich Quos (Dirigent), Heinz Seiffarth,Fritz Kunze, Horst Zacharias, Hein Künstler 2. Reihe: Erwin Junk, Georg Nitschke, Werner Becker, Ernst-Heinrich Schneider, Norbert Schneider, Andreas Junk, Wolfgang Ponwitz, Dieter Biniek 3. Reihe: Gunter Wurm, Manfred Herling, Hans-Werner Schneider, Wilhelm Schmidt, Gustav Becker, Herbert Graf, Rolf Schneider, Friedhelm Ernst 4. Reihe: Rudolf Halbe, Albert Schreiber, Heinz Tkocz, Werner Graf, Herbert Weyand, Ulrich Schneider, Karl August Schreiber

1973 – 1983

In der Nachwuchswerbung zeigen sich in den Jahren 1973-75 erste Erfolge: das Orchester wird durch 14 Jungmusiker verstärkt und kann daher auch wieder größere Verpflichtungen übernehmen.
Aber schon in den Jahren 1976/77 folgt die Ernüchterung. Viele Nachwuchskräfte verlassen aus beruflichen und persönlichen Gründen den Verein, so dass große Besetzungs­schwierigkeiten die Probenarbeit und die öffentlichen Auftritte erschweren. Dennoch kann das Orchester durch entsprechende Aushilfskräfte sein Niveau halten.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wird im Jahre 1978 der Grundstein für eine neue Jugendarbeit gelegt. Der Verein lässt Jungmusiker durch fachlich geschulte Lehrer in den Räumen der Grundschule Fellinghausen ausbilden. Unter ihnen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte auch Mädchen. Im Dezember 1979 sind die Jungmusiker schon so leistungsstark, dass sie einen eigenen Nachmittag durch ihre Musikstücke gestalten können. Der Jugendnachmittag bildet bis heute den Abschluss eines Ausbildungsjahres. 1980 kann das Jugendorchester erstmals beim Volkstümlichen Konzert einige Musikstücke vortragen.
Im Jahre 1982 kann ein Teil der Jungmusiker schon im großen Orchester mitspielen und damit die Besetzungsprobleme der Vergangenheit mindern. Weitere besondere Ereignisse in den Jahren 1982/83 sind eine viertägige Berlinfahrt und die gemeinsamen Konzerte der Jugendkapelle mit der Jugendkapelle aus Remlingen/Franken, deren Dirigent unser bei der Bundeswehr tätige Tubist Gunter Wurm ist.
Erich Quos wird wegen seiner Verdienste um die musikalische Führung des Orchesters im Jahre 1983 zum Ehrendirigenten ernannt, steht dem Orchester aber weiter bei wichtigen Anlässen zur Verfügung. Die Proben werden von Hans Damm, Trompetenlehrer aus Olpe, geleitet.
Ende des Jahres 1983 wird mit Peter Riesz ein neuer Dirigent verpflichtet, der das Orchester zu größerer Geschlossenheit und Leitungsfähigkeit führt.

1984 – 2001 Schwerpunkt Jugendarbeit

Die Änderungen im Steuerrecht haben zur Folge, dass im Jahre 1984 eine neue Satzung beschlossen werden muss. Gleichzeitig wird Werner Becker zum Nachfolger von Karl-August Schreiber im Amt des Vorsitzenden gewählt. Karl-August Schreiber wird aufgrund seiner Verdienste um den Verein, die er sich in 25 Jahren als 1. Vorsitzender erworben hat, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Ab 1987 finden die Proben in einem Klassenraum der Grundschule Fellinghausen statt, in dem auch bereits seit 1986 das Jugendorchester unter der Leitung von Werner Becker probt. Es tritt bei verschiedensten Anlässen mit Erfolg auf.
Ebenfalls im Jahre 1986 gründen die älteren Jungmusiker mit der “Heestal Combo” eine kleine Big Band, die unter der Leitung unseres Schlagzeugers und Organisten Frank Friedrich steht und bei vielen Festen die Tanzmusik übernimmt. Das Orchester fährt in diesem Jahr zu den Feierlichkeiten anläßlich des 40-jährigen Bestehens des Landes Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf und vertritt dort den Kreis Siegen.

 

 

Jugendorchester 1986
1. Reihe v.l.: Werner Becker (Dirigent), Brigitte Heimel, Sven Kannengießer, Monika Dittmann, Henning Hockamp, Alexander Weiß, Gregor Riedel, Thomas Heinacher, Jörn-Uwe Becker, Andreas Belz
2. /3. Reihe: Thomas Kämpfer, Carmen Schneider, Alexander Frank, Meik Hein, Heiko Giesler, Andre Becker, Jürgen Giesler, Steffen Marks, Uwe Klimach, Henrik Menzel, Jan Riedel

Im Jahre 1987 wird unter Beteiligung zahlreicher Musikkapellen und mit großer Resonanz in der Bevölkerung das 90-jährige Bestehen des Orchesters mit einem großen Fest in Fellinghausen gefeiert. Das Orchester übernimmt im Jahre 1988 die Musikleistungen bei zahlreichen Jubiläumsfesten der Kreuztaler Turnvereine und in Kreuztal ansässiger Unternehmen. Höhepunkt des Vereinslebens in diesem Jahr ist eine viertägige Fahrt in den Schwarzwald.
Der Proberaum in der Grundschule Fellinghausen wird in Eigenleistung zusammen mit dem MGV “Sangeslust” Fellinghausen umgebaut.
Im Herbst des Jahres 1988 wird Alfons Zocha, Kammermusiker und ehemaliger Trompeter der Südwestfälischen Philharmonie, neuer Dirigent des Blasorchesters.

 

Blasorchester Stadt Kreuztal 1987

kniend v.l.: Alexandra Funke, Steffen Marks, Jürgen Giesler, Andre Becker
1.Reihe v.l.: Heinz Seiffarth, Heinz Künstler, Alexander Frank, Heiko Giesler, Maik Hein, Alexamder Weiß, Dirigent Peter Riesz, Hermann Hoffmann, Frank Friedrich, Volker Schneider, Norbert Schneider, Thomas Kämpfer

2. Reihe v.l.: Erwein Junk, Albert Schreiber, Jürgen Winkler, Carola Funke, Sonja schildt, Claudia Klimach, Andreas Kiehl, Ernst-Heinrich Schneider, Ingolf Graf, Hans Debus, Hand Flender

3. Reihe v.l.: Werner Becker, Herbert Weyand, Friedhelm Ernst, Andy Kleffmann, Herbert Graf, Karl-August Schreiber, Rolf Schneider, Manfred Herling, Hans-Werner Schneider, Thomas Eichner 

1989 – 1998

Der neue Dirigent Alfons Zocha kann das musikalische Niveau durch eine intensive Probenarbeit nach und nach steigern. Das Repertoire wird um die symphonisch-konzertante Blasmusik erweitert. Als erstes Ergebnis dieser Entwicklung veranstaltet das Orchester erstmals im November 1988 zusammen mit der Profi-Blasformation “Philharmonic Brass” ein Konzert für die Freunde der anspruchsvollen, symphonischen Blasmusik. Damit wird am Volkstrauertag eines jeden Jahres eine zweite bis zum heutigen Tag bestehende Konzerttradition begründet. Dieses Konzert zählt auch heute noch zu einer der beliebtesten und meistbesuchten Veranstaltungen im Jahresablauf der Kreuztaler Kulturereignisse. In den folgenden Jahren festigt sich der Leistungsstand immer mehr auf einem hohen Niveau. Die Bildung weiterer Gruppen innerhalb des Orchesters wie der “Bickemer-Combo” (Egerländer) und einer Tanzkapelle (Big Band) verdeutlicht hinzugewonnene Vielfalt und Lebendigkeit des Vereinslebens. Der Zusammenhalt im Verein wird hierdurch gefestigt und beide Formationen übernehmen bei verschiedenen Gelegenheiten die Musikleistung.
Die intensive Fortführung der Jugendarbeit ist ein weiterer Schwerpunkt in diesen Jahren. Mehrere Male werden sehr erfolgreiche Werbeaktionenan an Kreuztaler Schulen durchgeführt. Nach einer intensiven Phase des Unterrichts können viele der Musikschüler nach zwei Jahren in das große Orchester integriert werden. Im Jahre 1992 fährt das Orchester in die neue Partnerstadt der Stadt Kreuztal, Nauen bei Berlin. Nach dem Fall des “Eisernen Vorhangs” ist dies für viele Vereinsmitglieder die erste Fahrt in das Gebiet der ehemaligen DDR und sie nehmen viele bleibende Eindrücke mit auf die Heimfahrt.
Seit 1990 findet das “Herbstkonzert” in der neuen Stadthalle statt und im Jahre 1993 wechselt man auch mit dem “Volkstümlichen Konzert” aus dem Saal des damaligen Hoesch-Werksgasthauses Eichen in die Stadthalle.
Die noch junge Stadt Kreuztal feiert im Jahre 1994 ihr 25-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten hierzu werden vom Orchester mitgestaltet. Die Vereinsfahrt führt das Orchester in diesem Jahr nach Schöneck im Vogtland, wo wieder viele gesellige Stunden miteinander verlebt werden.
1995 bekommt das Konzert im April eine neue Konzeption. Mit dem Titel “Kreuztaler Blasmusik – Musik, Unterhaltung, Tanz” wird das Publikum stärker in das Geschehen des Konzertes eingebunden.
Ein sehr voller Terminkalender ist das Kennzeichen des Jahres 1996. Das Orchester fährt zu den Feiern des 50-jährigen Bestehens des Landes Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf und gestaltet dort in der Altstadt ein Platzkonzert. Ein besonderer Höhepunkt ist das Herbstkonzert mit dem Männerchor Schönau-Altenwenden als Konzertpartner.

Das Orchester geht zu Beginn des Jahres 1997 wieder auf große Fahrt; diesmal nach Mösern in Tirol. Die Fahrt wird zu einem sehr positiven gemeinschaftsfördernden Erlebnis. Das Herbstkonzert des Jahres 1997 wird zusammen mit dem MGV “Sangeslust” Fellinghausen durchgeführt und ist wieder ein voller Erfolg. Ende des Jahres teilt der Deutsche Volksmusikerbund mit, dass dem Blasorchester aufgrund seiner Verdienste um die Blasmusik die PRO-MUSICA-Plakette des Bundespräsidenten zuerkannt wird.
Das Jahr 1997 ist ansonsten schon geprägt von den Vorbereitungen auf das Jubiläum im Jahre 1998.

100 Jahre Blasorchester Stadt Kreuztal 1998am Schlagzeug:Fritz Flendervorne v.l.:Kerstin Höbusch, Stefanie Schreiber, Vera Tiepelmann, Kirstin Müller, Antje Stahlschmidt, Alexandra Funke, Alfons Zocha (Dirigent), Carmen Marks, Ernst-Heintich Schneider, Anja Müller, Sabine Stötzel, Rebecca Herling, Britta Schmidt, Christine Klimach, Gregor RiedelMitte v.l.:Norbert Schneider, Albert König, Roberto De Marco, André Becker, Christian Vogel, Ingolf Graf, Katharina Ziel, Steffen Marks, Michael Schuh, Thomas Langnickel, Dominik Manning, Michael Wüst, Hans Debus, Heinz Künstlerhinten v.l.:Thomas Kämpfer, Albert Schreiber, Werner Becker,, Solveig Redottée, Herbert Weyand, Jan Riedel, Herbert Graf, Christian Käberich, Jochen Wüst, Rolf Schneider, Thomas Eichner, Frank Friedrich, Andreas Schüßleres fehlten: Gunter Wurm, Andreas Kiel, Timo Klappert, Uwe Klimach und Henning Hockamp

1998 feiert das Orchester sein 100jähriges Bestehen. Mit dem Jubiläumskonzert im Frühjahr und den Festtagen im Sommer gelingt es alle Interessierten an dem freudigen Ereignis teilhaben zu lassen. Die Veranstaltungen während der Festtage sind so ausgewählt, dass alle Publikums- und Altersklassen angesprochen werden. Von der Zeltdisko über die Dorfolympiade bis hin zu den unterschiedlichen musikalischen Angeboten ist alles dabei. Das Jubiläumsfest wird nicht nur bei uns Musikern noch lange in guter Erinnerung bleiben.

1999 – 2000

Das Frühjahrskonzert 1999 ist das letzte Konzert, welches wir zusammen mit unserem langjährigen Dirigenten Alfons Zocha geben. Nach nunmehr 11 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit trennen sich die Wege. Nach der Sommerpause übernimmt Martin Wehn den Taktstock und leitet die Proben und Konzerte des Orchesters.

Im Februar 1999 bestehen 6 jungen Musikschülerinnen und Musikschüler die Prüfung des vorangegangenen D1-Lehrgangs. Im Mai 1999 können 3 junge Klarinettistinnen neu ins Orchester aufgenommen werden. 1999 wird das Jugendorchester neu ins Leben gerufen. Unter der Leitung von André Becker probt es nun wieder regelmäßig alle 2 Wochen. Ein erster Erfolg wird der Auftritt beim Frühjahrskonzert 1999.
Auch 1999 zieht es die Musiker wieder in die Ferne. Diesmal geht es in die Schweiz nach Laax. Der Wintersportort war für 4 Tage Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge, z.B. zur Via Mala-Schlucht oder mit dem Glacier-Express.

Im Jahre 2000 beschließt das Orchester den seit über 30 Jahren immer gleichen Konzerttermin (30.April) und den äußeren Rahmen des Frühjahrskonzerts (Bewirtung während des Konzertes und anschließendem Tanz) zu ändern. Wie das Herbstkonzert wird nun auch dieses Konzert in Stuhlreihen durchgeführt. Konzerttermin ist immer ein Sonntag Ende März oder Anfang April. Das Programm bleibt aber weiterhin volkstümlich. Der Auftritt des Jugendorchesters bei diesem Konzert zeugt von der Erfolgen der Jugendarbeit in den letzten Jahren.

2000-2009

Der Beginn des neuen Jahrtausends: Die Jahre 2000 – 2009

  • Die Vorstandsarbeit

Nach 30 Jahren in den verschiedensten Vorstandsämtern, davon 18 Jahre als 1. Vorsitzender, scheidet Werner Becker zum Jahresende 2001 aus dem Vorstand aus und wird als Dank für sein jahrzehntelanges Engagement zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Ausscheiden hinterlässt zunächst eine große Lücke, die nur durch Umstellung der gesamten Organisationsstruktur des Vorstandes weitestgehend geschlossen werden kann: durch die Verdopplung sämtlicher Vorstandsposten erhofft man sich, die anfallenden Arbeiten besser aufteilen zu können. In dieser Zeit bilden Steffen Marks und Ingolf Graf die Doppelspitze in der Position des Vorsitzenden. Bereits nach zwei Jahren wird der gesamte Vorstand jedoch erneut umgebildet, da es durch das Ausscheiden gleich mehrerer Vorstandsmitglieder gilt, einige neuentstandene Lücken zu füllen. Mit Danica Dreisbach (Schriftführerin), Vera Tiepelmann (Jugendwartin), Heiko Müller (Kassierer) und Timo Klappert (Zeugwart) werden gleich vier neue Personen in den Vorstand gewählt, der in dieser Zeit von Steffen Marks und Torsten Gieseler geführt wird. Aber auch diese neue Vorstandskonstellation hält den stetig wachsenden Anforderungen lediglich zwei Jahre stand. Bereits im Jahr 2006 entschließt man sich dazu, die Satzung erneut zu ändern und die erst wenige Jahre zuvor eingeführte Doppelspitze wieder abzuschaffen. Im Rahmen dieser Neustrukturierung wird auch ein Geschäftsführender Vorstand aus drei Personen installiert. Dieser besteht aus Torsten Gieseler, der ab dem Jahr 2006 die Geschicke des Orchesters als 1. Vorsitzender leitet, und dem 2. Vorsitzenden André Becker sowie dem 1. Kassierer Heiko Müller. Gleichzeitig werden bei dieser Satzungsänderung die bisherigen „passiven Mitglieder“ zu „fördernden Mitgliedern“ umbenannt.

 

Blasorchester Stadt Kreuztal 2008 3 Vorsitzende des Blasorchesters: v.l.:Werner Becker 1984-2001; Karl-August Schreiber 1958-1966, 1970-1983; Torsten Gieseler 2004- (v.l.)

 

  • Die musikalischen Leiter

Als Martin Wehn sein Studium zum Kapellmeister im Jahr 2002 erfolgreich beendet, macht seine Versetzung nach Berlin eine Fortführung der überaus erfolgreichen Zusammenarbeit unmöglich. In seiner relativ kurzen Zeit als Dirigent setzte er deutliche Meilensteine in der musikalischen Entwicklung des Orchesters, die vor allem auch durch die Qualität und den signifikant steigenden Anspruch der Konzerte erkennbar wird. Ab dem Jahr 2003 übernimmt Arnim Klüser aus dem heimischen Oberholzklau die musikalische Leitung des Orchesters und setzt die von Marin Wehn begonnene musikalische Entwicklung erfolgreich fort. Unter seiner Leitung nimmt das Orchester 2004 im Rahmen des Landesmusikfestes im Kreis Olpe erstmalig an einem Wertungsspiel teil, bei dem die Bewertung „mit hervorragendem Erfolg“ in der Kategorie „Oberstufe“ erreicht werden kann. Der musikalische Anspruch der beiden im Jahr stattfindenden Konzerte kann nochmals gesteigert werden und es werden immer wieder Werke in die Konzertprogramme aufgenommen, bei denen sich verschiedene Solisten besonders hervorheben können. Diese solistischen Beiträge reichen von der Flöte bis zur Tuba und auch blasorchesterfremde Instrumente wie die Harfe oder der Kontrabass werden musikalisch in das Orchester integriert. Die Programmgestaltung der Konzerte erfolgt inzwischen unter einem jeweils besonderen Thema, zu dem die einzelnen Musikstücke entsprechend ausgesucht werden. Die Konzerte zum Thema „Filmmusik“ (Herbstkonzert 2004) bzw. zum Thema „Berge“ (Frühjahrskonzert 2007) nehmen hier eine besondere Stellung ein.

Nach dem Frühjahrskonzert 2009 trennt man sich nach etwas mehr als sechs Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit von Arnim Klüser. Ab dem Sommer 2009 spielt das Orchester unter der musikalischen Leitung von Christoph Barth aus Köln.

  • Die Jugendarbeit

Durch Werbeaktionen bei den Kreuztaler Schülerinnen und Schüler, die alle 2 Jahre durchgeführt werden kann die Zahl der Musikschüler auf die erfreuliche Zahl von 45 gesteigert werden. Das Jugendorchester wächst auf ca. 30 junge Musikerinnen und Musiker an. Durch diese zeit- aber auch kostenintensive Jugendarbeit wird ausreichend Nachwuchs für das Orchester ausgebildet, so dass Abgänge von Musikern aus beruflichen oder privaten Gründen aufgefangen werden können. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass an den Instrumenten ausgebildet wird, die im Orchester nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, was historisch gewachsen im tiefen Blechregister der Fall ist. Außerdem können einige bereits fertig ausgebildete Musiker aufgenommen werden, die das Orchester unterstützen. Das Leistungsniveau des Jugendorchester steigert sich in solchem Maße, dass immer wieder eigene Konzerte bestritten werden können. Die Leitung des Jugendorchesters hat seit dem Jahr 2000 André Becker inne, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch als Vizedirigent immer wieder dem „Senioren“-Orchester vorsteht. Seitens der Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein des Volksmusikerbundes NRW finden jährlich im Wechsel D1- bzw. D2-Lehrgänge zur musikalischen Weiterbildung statt. Auf Grund der hohen Zahl der Musikschüler und des großen Engagement unseres Orchesters können jeden Lehrgang zwischen 10 und 15 Musikerinnen und Musiker aus Kreuztal erfolgreich bestehen, was ein weiters Indiz für den hohen musikalischen Ausbildungsstand ist.

 

 

Das Jugendorchester 2009

 

  • Die außermusikalischen Ereignisse

Außermusikalisch wird im Jahr 2002 eine vorläufig letzte große Mehrtagesfahrt nach Berlin durchgeführt. Auf der Anreise wird zunächst in der Partnergemeinde der Stadt Kreuztal, Nauen ein ca. einstündiges Konzert gegeben. Am zweiten Tag steht ein Tagesausflug in den Spreewald, an die noch eine Stadtrundfahrt durch Berlin angehängt wird. Bis zum Jahr 2004 wird jährlich das Waldfest in Fellinghausen gemeinsam mit dem MGV „Sangeslust“ Fellinghausen ausgerichtet. In den Jahren 2006,2007 und 2009 wird gemeinsam mit der Familie Käberich das traditionelle Backesfest in Mittelhees ausgerichtet, zu dem jeweils sehr viele Besucher begrüßt werden können. Zum 110jährigen Geburtstag des Orchester kann das Wehrbereichmusikkorps I aus Neubrandenburg zu einem Benefizkonzert in der Stadthalle verpflichtet werden, welches unter der Leitung unseres ehemaligen Dirigenten Martin Wehn in der nahezu ausverkauften Halle über die Bühne geht. Der Erlös kommt der Jugendarbeit des Blasorchesters zu Gute. Da das Orchester ab dem Jahr 2003 wieder regelmäßig an Fest- und Schützenumzügen teilnimmt, wird die vorhandene Uniform um kurzärmlige, weiße Hemden mit blauen Schulterklappen ergänzt.

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